Katzenverhalten: der komplette Leitfaden, um zu verstehen, was deine Katze dir sagen will
Katzen kommunizieren ständig – mit ihrem Körper, ihrer Stimme und über Gerüche. Wenn du lernst, diese Signale zu lesen, wird das Zusammenleben entspannter, du beugst Kratzern und Konflikten vor und erkennst gesundheitliche oder stressbedingte Probleme früher. In diesem Leitfaden fassen wir das Wichtigste zusammen und verweisen auf die Artikel, in denen wir die einzelnen Themen vertiefen.
Der Schwanz: das emotionale Thermometer
- Aufrecht, mit leicht gebogener Spitze: Sie ist zufrieden und fühlt sich sicher.
- Aufgeplustert: Sie hat Angst oder fühlt sich bedroht.
- Peitscht ruckartig hin und her: Sie ist gereizt oder überreizt – lass sie dann besser in Ruhe.
- Tief gehalten oder zwischen die Hinterbeine geklemmt: Sie hat Angst oder fühlt sich unsicher.
Ohren, Augen und Schnurrhaare
Nach vorne gerichtete Ohren zeigen Neugier und Aufmerksamkeit. Dreht sie die Ohren zur Seite oder legt sie sie flach an den Kopf an, ist sie verärgert oder ängstlich. Stark geweitete Pupillen können je nach Situation Aufregung, Spiellaune oder Angst bedeuten.
Das berühmte langsame Blinzeln ist ein Zeichen von Vertrauen: Du kannst es erwidern, um ihr zu zeigen, dass du entspannt bist. Mehr über das Anstarren und seine Bedeutung erfährst du in Warum starrt deine Katze dich an, während du schläfst?.
Körperhaltung
Zeigt sie dir ihren Bauch, ist sie entspannt und vertraut dir – das ist aber nicht immer eine Einladung, sie dort zu streicheln. Ein Katzenbuckel mit gesträubtem Fell ist eine Abwehrhaltung. Geduckt, mit angespanntem Körper und eng anliegendem Schwanz, schätzt sie eine Bedrohung ein oder setzt zum Sprung auf eine Beute oder ein Spielzeug an.
Laute und Geräusche
- Miauen: Erwachsene Katzen miauen vor allem, um mit Menschen zu kommunizieren – meist als Bitte um Futter, um Aufmerksamkeit oder darum, dass du ihnen eine Tür öffnest.
- Schnurren: Es bedeutet meist Wohlbefinden, allerdings schnurren manche Katzen auch bei Schmerzen oder Stress.
- Fauchen und Knurren: Das sind deutliche Warnungen, dass du sie in Ruhe lassen sollst.
- Keckern: Das ist das seltsame Geräusch, das Katzen machen, wenn sie Vögel am Fenster beobachten; es entsteht aus der Aufregung beim Jagen.
Verhaltensweisen, die uns verwirren
Treteln (Milchtritt)
Es stammt aus der Zeit, in der sie als Kätzchen gesäugt wurde, und steht für Ruhe und Wohlbehagen.
Sich an dir reiben
Sie markiert dich mit den Duftdrüsen in ihrem Gesicht: So zeigt sie, dass du zu ihrem Revier gehörst.
Kratzen
Kratzen ist ein natürliches Bedürfnis: Sie pflegt dabei ihre Krallen, streckt sich und hinterlässt Markierungen. Die Lösung ist nicht, es zu verbieten, sondern ihr gute Kratzbäume und Kratzbretter anzubieten.
Dir „Geschenke“ bringen
Das ist ihr Jagdinstinkt. Schimpf nicht mit ihr, denn mit Bestrafung kann sie nichts anfangen.
Nächtliche Tobeanfälle
Katzen sind in der Morgen- und Abenddämmerung am aktivsten. Wenn du vor dem Schlafengehen mit ihr spielst, kann sie überschüssige Energie abbauen.
Stress, Angst und Traurigkeit
Umzüge, neue Haustiere, Lärm oder Langeweile können eine Katze belasten. Anzeichen dafür sind zum Beispiel häufiges Verstecken, Pinkeln außerhalb der Katzentoilette, übermäßiges Putzen, Appetitlosigkeit oder aggressives Verhalten. Wie du das erkennst und was du tun kannst, erklären wir dir in 7 Anzeichen dafür, dass deine Katze deprimiert ist.
Viele seltsame Verhaltensweisen hängen auch mit ihren Sinnen zusammen, die viel schärfer sind als unsere. Mehr dazu erfährst du in Sehen Katzen Geister?.
Eine Umgebung, die Problemen vorbeugt
Die meisten Verhaltensprobleme lassen sich deutlich verringern, wenn die Katze erhöhte Plätze, Verstecke, Kratzmöglichkeiten und tägliche Spielzeit hat und Futter, Wasser und Katzentoilette an getrennten Orten stehen. Wie du das umsetzt, erfährst du im Artikel Ein katzengerechtes Zuhause gestalten.
Eine plötzliche Verhaltensänderung kann ein Zeichen für Schmerzen oder Krankheit sein. Wenn dir etwas Ungewöhnliches auffällt, das länger als ein paar Tage anhält, lass sie tierärztlich untersuchen, bevor du annimmst, dass es einfach an ihrem Charakter liegt.